Presse-Information
 


Nr. 10/2017

Rechte indigener Völker durch sozialverantwortlichen Tourismus stärken
Internationaler Tag der indigenen Völker am 9. August: Sozialer Fortschritt und wirtschaftliche Entwicklung indigener Völker werden durch gleichberechtigte Teilhabe und interkulturellen Dialog auf Augenhöhe möglich, TO DO! Preisträger beispielgebend



Seefeld, 07.08.2017 - Seit 1994 wird jährlich der Internationale Tag der indigenen Völker begangen. Jeweils am 9. August soll darauf hingewiesen werden, dass die Rechte der weltweit etwa 350 Millionen in autochthonen Volksgruppen lebenden Menschen gestärkt werden und eine fortschreitende Marginalisierung dieser Völker verhindert werden müssen. Die internationale Tourismuswirtschaft kann dazu einen wesentlichen Beitrag liefern.

Touristische Entwicklungsprojekte werden nicht selten ohne die Mitwirkung der indigenen Bevölkerung vorangetrieben. Ein Tourismus, der sich als sozialverantwortlich versteht, kann dem entgegenwirken, wenn er auf Respekt und Achtung aller Kulturen und Lebensweisen, Partizipation und Gleichberechtigung aller Beteiligten setzt. Der Studienkreis für Tourismus und Entwicklung begleitet und fördert seit vielen Jahren diese Art touristischer Projekte vor allem im Kontext von Entwicklungs- und Schwellenländern. Tourismus in diesem Verständnis ist ein Gewinn für Reisende und Bereiste - führt zu gegenseitigem Verständnis und Empathie.

Marginalisierung durch sozialverantwortliche Tourismusprojekte verhindern

Die Wahrung und Entwicklung eigener Identitäten der indigenen Völker muss ein zentrales Anliegen aller Akteure der Tourismuswirtschaft sein. Dass dies gelingen kann, belegen die jährlich im Rahmen des internationalen Wettbewerbs TO DO! ausgezeichneten Tourismus-Projekte, die der Studienkreis auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin (ITB) prämiert und zu deren Weiterentwicklung er damit beiträgt. So konnten in den letzten Jahren etwa erfolgreiche touristische Vorhaben aus Mexiko (Pueblos Mancomunados), Myanmar (CITPAR - Community Involved Tourism in Pa-O-Region), Uganda (KAFRED "Kibale Association for Rural and Environmetal Development") oder Costa Rica (ACTUAR - Asociacion Costarricense de Turismo Rural Comunitario) sowie viele andere herausragende Projekte ausgezeichnet werden. Allen diesen Tourismuskonzepten ist gemein, dass es sich dabei um Initiativen indigener Bevölkerungsgruppen handelt, die eigenständige und im höchsten Maße partizipative Tourismus-Projekte geplant und umgesetzt haben.

Der Erfolg spricht für sich: Neben der Bewahrung kultureller Besonderheiten und eigenständiger Lebensentwürfe konnten für die involvierten Menschen zusätzliches Einkommen und damit eine wirtschaftliche Perspektive geschaffen werden.

Zugleich weist der Studienkreis darauf hin, dass sozialverantwortliche Projekte im touristischen Kontext auch für Touristen sinnstiftend sind. Indigene Völker leben in der Regel als soziale Gesellschaften, die von Kollektivrechten geprägt sind und beispielgebend für wirtschaftliches Handeln insgesamt sein können - beispielsweise durch genossenschaftliches Handeln im Zusammenleben und Arbeiten.

Insbesondere die sozialen Menschenrechte indigener Völker sind weiterhin bedroht - etwa durch den Raubbau an natürlichen Ressourcen in den Gebieten, in denen indigene Völker beheimatet sind. Die Tourismuswirtschaft muss deshalb Vorreiter und beispielgebend sein, wenn es um den Schutz dieser Rechte geht. Partizipation, interkultureller Dialog und Respekt vor dem Gegenüber sind Mittel, welche die indigenen Völker in den Reisedestinationen schützen und in ihrer Entwicklung befördern können.



Der Studienkreis für Tourismus und Entwicklung beschäftigt sich mit entwicklungsbezogener Informations- und Bildungsarbeit im Tourismus. In diesem Zusammenhang gibt er Publikationen heraus, führt internationale Wettbewerbe durch, veranstaltet Aus- und Fortbildungsseminare für im Tourismus Beschäftigte, ist in den Bereichen Tourismusforschung und -beratung tätig und beteiligt sich am Dialog über Fragen touristischer Entwicklung.

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