ZwischenRufe –
Ungefragt nachgefragt auf der ITB
 

"ZwischenRufe" 2001 auf der ITB

Einleitung (Auszug)
Armin Vielhaber

......................Seien Sie gegrüßt mit "Kalimerhaba" - einer Zusammenziehung des griechischen "Kalimera" und des türkischen "Merhaba". In beiden Sprachen, Sie ahnen es schon, ist es der Gruß für "Guten Tag". ...................Unsere heutigen Zwischenrufe wollen sich mit der Frage beschäftigen, ob die Annäherung zwischen Griechenland und der Türkei anhält, ob sie politisch und nicht zuletzt touristisch von Dauer sein kann.

Immerhin haben 2,2 Mio. Deutsche ihre Haupturlaubsreise 1999 in Griechenland verbracht; 1,8 Mio. in der Türkei. Wie viel dabei grenzüberschreitend in beiden Ländern unterwegs waren, wissen wir nicht so genau.

Was wir aber wissen ist, dass beide Länder touristische Konkurrenten sind: Von jenen Deutschen, die sich im Januar 2000 für Urlaubsreisen in die Türkei interessierten, konnten sich 41% gleichzeitig vorstellen, auch nach Griechenland zu reisen. Umgekehrt waren es 31%.

Ein Fünftel des deutschen Griechenland-Potenzials verfügte bereits über Urlaubsreiseerfahrung in der Türkei - umgekehrt waren es gut ein Viertel.

Ließe sich daraus in Zukunft etwas Gemeinsames schmieden? Was würde das voraussetzen? Ein entspanntes Verhältnis in jedem Fall.

Was aber ist aus der (Ent-)Spannung in der Ägäis geworden, seit den beiden Erdbeben, die im Herbst 1999 das Marmara-Gebiet und Athen erschütterten? War die gegenseitige spontane Welle der Hilfsbereitschaft nur ein Strohfeuer oder ist die Verbundenheit zwischen Griechen und Türken ausgeprägter, als manche in der Türkei, in Griechenland und auch hier bei uns glauben?

Ist es richtig - wie ich kürzlich gelesen habe - dass Griechen und Türken so emotional sind, dass schon eine Kleinigkeit genügt, um das Verhältnis zu ruinieren?

Muss man sich, wenn man Fortschritte im Verhältnis der beiden Länder messen möchte - auch im Tourismus - weiterhin in Bescheidenheit üben? .......................

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