ZwischenRufe –
Ungefragt nachgefragt auf der ITB
 

"ZwischenRufe" 2002 auf der ITB

Einleitung (Auszug)
Armin Vielhaber

......................Der 11. September 2001 hat unseren Blick verstärkt auf die islamischen Länder gelenkt sowie auf die Weltreligion des Islam. Wir haben - hoffentlich - gelernt, dass Islam und Islamismus zwei verschiedene Dinge sind.

Beim Nachdenken über die möglichen Ursachen der Anschläge von New York und Washington ist auch die Globalisierung ins Visier geraten - die Frustration der Globalisierungsverlierer als Nährboden für Terrorismus.

In Anlehnung an zwei von dem amerikanischen Publizisten und Wissenschaftler Benjamin Barber geprägte Begriffe stehen damit im Focus: "McWorld" als Synonym für eine aggressiv global alles integrierende Modernisierung nach westlichem Muster und "Dschihad" in einem erweiterten Sinn: als reaktionärer Fundamentalismus jeglicher Couleur (nicht nur islamistischer), als Synonym für den Widerstand gegen diese Vereinnahmung.

Auch der internationale Tourismus wurde durch den Anschlag auf das World Trade Center schwer gebeutelt. Er hat sich erneut als sehr verletzbar erwiesen.

"Tourismus braucht Frieden" heißt deshalb unser heutiges Thema. Braucht Tourismus wirklich nur Frieden, definiert als einen Zustand von "Nicht Krieg? Oder ist mehr erforderlich?

Werden wir, nachdem sich Erschrecken und Ratlosigkeit mit Hilfe von Vergesslichkeit und Verdrängung gelegt haben, wieder zur Tagesordnung übergehen?

Werden wir uns auf die gewaltsame Eindämmung von terroristischer Gewalt beschränken? Im Tourismus vielleicht auf die Erhöhung von Sicherheitsstandards an Flughäfen - auf den Verzicht der Nagelschere im Handgepäck?

Welche friedensfördernden Initiativen erscheinen kurz-, mittel- und langfristig sinnvoll und möglich - auch im Tourismus?

Wie werden wir nach dem 11. September als Angehörige westlicher Staaten - auch als Touristen - in islamischen Ländern wahrgenommen?

Muss Tourismus nicht verstärkt zum interkulturellen Dialog und Verständnis beitragen - als Brückenbauer zwischen den Kulturen?

Oder will der Tourismus den Protagonisten von "Dschihad und McWorld" das Wort überlassen? Sind die Protagonisten des Tourismus selbst schon zu sehr ein fester Bestandteil von McWorld, als das sie zu handeln in der Lage wären? .......................

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