ZwischenRufe –
Ungefragt nachgefragt auf der ITB Berlin
 

"ZwischenRufe" 2008 auf der ITB Berlin

Einleitung (Auszug)
Armin Vielhaber

... Vor genau acht Jahren haben wir uns hier im Dachgarten-Foyer der ITB unter dem Titel "Checkpoint 2000" mit dem sogenannten "Heiligen-Unheiligen Land" beschäftigt. Damals ging es um die Situation der Palästinenser im religiös motivierten "Heiligen Jahr".

Die heutigen ZwischenRufe stehen unter dem Titel "LICHT(BLICKE) IM MORGENLAND?"

Nirgendwo ist der Tourismus mit seinen Entwicklungsmöglichkeiten derart von der politischen Lage abhängig, wie im Konfliktgebiet des Nahen Ostens.

Seit vielen Jahren ist das so – mit ständig wiederkehrenden Rückschlägen einerseits und Hoffnung machenden Signalen andererseits.

Wir alle wissen, dass die Tourismusentwicklung in dieser Region durch das Auf und Ab der Hoffnungen und Verunsicherungen weit hinter ihren Möglichkeiten zurückgeblieben ist. Das bestätigen auch die Daten der Reiseanalyse.

Dort zeigt sich am Beispiel der Destination Israel nicht nur, dass das Interesse der Deutschen, Israel zu bereisen, seit Jahren starken Schwankungen unterliegt sondern auch, dass die Umsetzung dieses Interesses in tatsächliches Reisen vergleichsweise sehr gering ist: Die Realisierungsquote der Interessenten-Potenziale für Urlaubsreisen nach Israel beträgt seit 1995 im Durchschnitt ganze 15% – bei Schwankungen zwischen 29 und 9 Prozent.

Ich denke, eines scheint fest zu stehen: Käme es zu einer friedlichen Einigung zwischen Israel und den Palästinensern, der Nahe Osten könnte sich zu einer der gefragtesten touristischen Top-Destination entwickeln und wirtschaftlich enorm profitieren. Was zwischen Luxor und Aleppo geboten wird, zwischen den Stränden des Roten Meers und dem Gebiet um Euphrat und Tigris ist mit nichts vergleichbar. Hier liegt das kulturelle und religionsgeschichtliche Erbe eines großen Teils der Menschheit.

Zeichnen sich nun vor dem Hintergrund der im Dezember 2007 beginnenden Friedensverhandlungen zwischen Israel und Palästina – die momentan schon wieder unterbrochen sind – tatsächlich anhaltende Licht(Blicke) am Horizont ab, die mehr sind als kurzlebige Lichtblitze? Licht(Blicke) mit einer greifbaren Perspektive für einen Friedensvertrag Ende 2008, für einen Frieden, auch als Voraussetzung für eine normale touristische Entwicklung im Nahen Osten?

Diesen Fragen soll unsere prominent besetzte Diskussionsrunde nachgehen, zu der ich auch im Namen meiner Kollegin Ulrike Ries-Augustin vom WDR sowie der beiden Förderorganisationen dieser Veranstaltung, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie der ITB Berlin - ganz herzlich begrüßen darf ...

... Noch eine Schlußbemerkung: Der Studienkreis für Tourismus und Entwicklung hat sich 2007 – nach langem Abwägen – für die Herausgabe von zwei Neufassungen der SympathieMagazine "Israel verstehen" und "Palästina verstehen" entschieden: Als Anregung, wieder mal einen Blick zu werfen auf die komplexen historischen Hintergründe, die aktuellen Aspekte und das Interessengeflecht eines Konflikts, der uns in den Medien seit langem begleitet - aber auch einen Blick zu werfen auf den "normalen" Alltag der Israelis und Palästinenser, der in unserer Außenwahrnehmung häufig zu kurz kommt.

Israel verstehen" ist heute punktgenau zur ITB erschienen und liegt Ihnen druckfrisch vor. "Palästina verstehen" erscheint in wenigen Wochen.

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